Wissenschaftliche Musik Medizin
Home  •  Site Map  •  Forschung  •  Berichte  •  Experten  •  Med. Musik Präparate  •  Grundlagen  •  Videos  •  Topics  •  Shop
 
peter hübner • micro music laboratories
MEDIZINISCHE RESONANZ THERAPIE MUSIK®
REDUZIERUNG PSYCHO-PHYSIOLOGISCHER MANIFESTATIONEN VON STRESS

WISSENSCHAFTLICHE
FORSCHUNG

Forschungsbereiche
Untersuchungen
im einzelnen

Kopfschmerzen

Zerebrale Aterien

Kinder

Ältere Menschen

Diabetes

Kopfschmerzhäufigkeit

Kopfschmerz / Frauen

Kopfschmerzattacken

 

 






Harmonisierung der Autonomen Innervation Zerebraler Arterien
Kann die Medizinische Resonanz Therapie Musik
die autonome Innervation von Gehirn-Arterien beeinflussen?



Alexei V. Shemagonov, M.D.
Valentina N. Sidorenko, M.D., Ph.D.


  1. Belorussian State Medical Institute for Postgraduate Education,
    3, P.Brovki Str., Minsk 220714 Belarus.
  2. Mother and Child Health Institute of the Ministry of Health,
    Orlovskaya St., 66. Minsk 220000 Belarus.
Zusammenfassung

Um die Wirkungen der Medizinischen Resonanz Therapie Musik (MRT-Musik) auf die autonome Innervation von Gehirn-Arterien zu studieren, untersuchten wir langsame spontane Oszillationen (slow spontaneous oscillations – SSO) der zerebralen Blutfließgeschwindigkeit mit Hilfe von Transcranialem Doppler Ultraschall (TCD). TCD erfaßt SSO mit 3-9 Zyklen pro Minute (M-Wel­len) und 0,5 – 2 Zyklen pro Minute (B-Wellen).

Langsame spontane Oszillationen werden verursacht durch rhythmische Veränderungen des Durchmessers mittlerer und kleiner Arterien des Gehirns. Sechs Patienten mit Ver­span­nungs­kopf­schmerz im Alter von 24 bis 65 Jahren wurden mit der Medizinischen Resonanz Therapie Mu­sik behandelt.

Zwölf weitere Patienten (ohne MRT-Musik Behandlung) wurden mit TCD untersucht, aber nur um weitere Spektralanalysen der SSO zu gewinnen.


Nach der Fast Fourier Transformation registrierten wir vier Gruppen von Spit­zen­aus­schlä­gen in den SSO-Spektren, unterteilt in vier Rhythmen:
  1. 0.01 – 0.02Hz
  2. 0.02 – 0.033Hz
  3. 0.06 – 0.09 Hz
  4. 0.091 – 0.15 Hz und
    eines Zwischenrhythmus von
    0.034 – 0.059 Hz.

Die Spektralanalyse der SSO zeigte bei allen Patienten Veränderungen in den Amplituden-Spit­zen zu Anfang und am Ende der Messung. Im Gegensatz zu den A-, B- und D-Rhythmen war die Reduzierung der Spitzen des C-Rhytmus statistisch signifikant (31-60%, P=0.04, CI=95%) während der Behandlung mit der MRT-Musik. Alle mit der MRT-Musik behandelten Patienten berichteten über einen Rückgang der Kopfschmerzen während und nach der Behandlung.


Schlußfolgerung

Mög­li­cher­wei­se re­prä­sen­tie­ren SSO ein Gleich­ge­wicht in der au­to­no­men In­ner­va­ti­on der Ge­hirn-Ar­te­rien. Die MRT-Mu­sik be­ein­flußt die Funk­tio­nen der­je­ni­gen Ge­hirn­struk­tu­ren, die das au­to­no­me Ner­ven­sys­tem be­tref­fen und wir­ken als ein nicht-che­mi­sches Sym­pa­tho­ly­ti­kum.
Die Registrierung der SSO ist ein nützliches In­stru­ment, um einen Einfluß der MRT-Musik auf die autonome Regulation der Ge­hirn­ge­fä­ße zu beweisen.





Einleitung

Vie­len Ar­ten von Kopf­schmer­zen liegt ein To­nus­wech­sel der Ge­hirn-Ar­te­rien zu­grun­de. Es ist in­ter­es­sant, fest­zu­hal­ten, daß die Ge­hirn-Ar­te­rien phar­ma­ko­lo­gi­schen Wech­sel­wir­kun­gen we­ni­ger zu­gäng­lich sind als die an­de­ren Ge­fä­ße im mensch­li­chen Or­ga­nis­mus. Ze­re­bra­le Ar­te­rien wer­den je­doch viel­fäl­tig von pe­ri­vas­ku­lä­ren au­to­no­men Ner­ven­ple­xi in­ner­viert. Der sym­pa­thi­sche Teil des au­to­no­men Ner­ven­sys­tems re­prä­sen­tiert haupt­säch­lich ze­re­bra­le Ge­fäß­wir­kun­gen.

Es gibt zahlreiche intrazerebrale Nuclei, die va­so­mo­to­ri­sche Nerven hervorbringen, z.B. Hy­po­tha­la­mus Nuclei, Locus Coeruleus, Sub­stan­tia Nigra, Periaqueductal Nuclei, etc. Ver­schie­de­ne Arten von Mediatoren sind in die Er­zeu­gung vasomotorischer Impulse ein­ge­bun­den (4,5). Ohne Zweifel kann eine solch komplexe Tonus-Regulation der Gehirn-Ar­te­rien kaum auf simple Weise pharmakologisch eingestellt werden.
Aber wie können wir die Aktivität ze­re­bra­ler vasomotorischer Nuclei verändern? Gibt es ne­ben chemischen Drogen alternative Me­tho­den?

1964 begann der klassische Komponist und Musikwissenschaftler Peter Hübner For­schun­gen im Mikrokosmos der Musik durch­zu­füh­ren. Auf der Basis dieser über 20 Jahre wäh­ren­den musikwissenschaftlichen For­schung
und inspiriert von der Musikmedizin des Pythagoras, der im griechischen Altertum fest­stell­te, daß die Harmoniegesetze des Mik­ro­kos­mos der Musik auch die Har­mo­nie­ge­set­ze des biologischen Lebens darstellen, ent­wi­ckel­te Peter Hübner 1987 die Medizinische Re­so­nanz Therapie Musik für medizinische Zwe­cke.

Seither haben Mediziner unterschiedlicher Dis­zi­pli­nen eine vielfältige und erfolgreiche An­wen­dung der Medizinischen Resonanz The­ra­pie Musik aufzeigen können.

Die meisten der periodischen Prozesse in der Natur als auch im menschlichen Organismus stehen unter dem Einfluß des Gesetzes der Harmonie. Wie die Chronomedizin aufzeigte, sind selbst viele Prozesse, die man als spo­ra­disch betrachtete, in Wirklichkeit periodisch.
Das Harmoniegesetz menschlicher Ge­hirn­ak­tivität zu finden und unerwünschte oder „dis­har­mo­ni­sche“ Rhythmen zu korrigieren ist ein möglicher Weg, einige psychosomatische und neurologische Krankheiten zu lindern.

Um die Wirkungen der Medizinischen Re­so­nanz Therapie Musik auf die autonome In­ner­va­ti­on von Gehirnarterien zu studieren, ent­schie­den wir uns, die sogenannten lang­sa­men spontanen Oszillationen (SSO) der Blut­fließ­ge­schwin­dig­keit zu untersuchen.



Was sind SSO?

1982 führte Rune Aaslid Transcranial Doppler Ultrasound (TCD) in die klinische Praxis ein.
Diese Methode erlaubt es, non-invasiv und ohne irgendeine schädliche Nebenwirkung die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den ba­sa­len Gehirnarterien über einen langen Zeit­raum zu messen.

Bei der Dar­stel­lung die­ser Fließ­ge­schwin­dig­keit kön­nen wir Wel­len im Ge­schwin­dig­keits­trend be­ob­ach­ten mit ei­ner Am­pli­tu­de von 10-30% der durch­schnitt­li­chen Ge­schwin­dig­keit.
Die­se Wel­len wer­den lang­sa­me spon­ta­ne Os­zil­la­tio­nen (SSO) ge­nannt.

Einige Forscher beobachteten SSO mit 3-9 Zyklen pro Minute (M-Wellen) und 0,5-2 Zyk­len pro Minute (B-Wellen) (1). Ihrer Über­zeu­gung nach werden die SSO durch rhyth­mi­sche physiologische Veränderungen des Durch­mes­sers der mittleren und kleinen Ge­hirn­ar­te­rien verursacht (2).
Der Ursprung dieser Rhythmen wird in ei­ni­gen der Nuclei des Gehirnstamms an­ge­nom­men. Die Kurve des zerebrospinalen Flüs­sig­keits­dru­ckes zeigt auch die sogenannten B-Wellen in Perioden von 30 – 120 Sekunden.

Die Ursache der intracranialen Druck­schwan­kun­gen wird in der Oszillation der Durch­mes­ser der Gehirngefäße vermutet (3).

Je größer der Gefäßdurchmesser, um so hö­her ist die Ebene des intracranialen Drucks. Der physiologische Zweck der SSO ist bisher noch nicht vollständig erforscht.

Das Ziel unserer Studie war es, zu erhellen, ob die MRT-Musik den Tonus und die Funk­ti­on der Gehirnarterien über den Weg ihrer au­to­no­men Innervation beeinflussen kann.






Patienten und Methoden

Sechs Patienten im Alter von 24-65 Jahren (2 Männer und 4 Frauen), die an Span­nungs­kopf­schmerz litten, nahmen an dieser Studie teil. Die Patienten wurden mit dem Mu­sik­prä­pa­rat RRR 931 der Medizinischen Resonanz Therapie Musik behandelt.

Alle Patienten wurden mit TCD untersucht, um zerebrale Gefäßkrankheiten aus­zu­schlie­ßen und um in der mittleren Gehirnarterie die Spit­zen­ge­schwin­dig­keit des Blutstroms wäh­rend des Hörens der Musik zu messen.
Keiner der Patienten hatte eine neurologische Krankheit.

Zwölf wei­te­re Pa­ti­en­ten mit ver­schie­de­nen neu­ro­lo­gi­schen Krank­hei­ten, aber ohne schwe­re Krank­hei­ten der Ge­hirn­ge­fä­ße und ohne Schlag­an­fall, wur­den eben­so mit TCD un­ter­sucht, um die ze­re­bra­le Blut­fließ­ge­schwin­dig­keit dar­zu­stel­len und SSO für wei­te­re Spek­tral­ana­ly­sen zu re­gi­strie­ren.
Für die Darstellung wurde bei allen Patienten die rechte mittlere Gehirnarterie (M1-Seg­ment) ausgewählt.

Wir sind davon überzeugt, daß eine Spit­zen­ge­schwin­dig­keit den Gefäßdurchmesser bes­ser darstellt als eine mittlere Geschwindigkeit. Wir verwandten die TCD-Systeme Trans-Link 9900, Rimed Ltd und Intra-View, Rimed Ltd.

Die TCD Untersuchung wurde in allen Pa­ti­en­ten über den Zeitraum von 10 Minuten durch­ge­führt. Mit der TCD-Untersuchung wurde bei den MRT-Musik-Patienten in der zehnten Mi­nu­te der Musikbehandlung begonnen.

Die Spektralanalyse wurde mit Hilfe von Mic­ro­soft Excel Fast Fourier Transformation Tool (sample size – 1024) durchgeführt. Die Un­ter­schie­de zwischen den Gruppen wurden mit Hil­fe des t-Tests mit 95% Confidence-Interval (CI) analysiert.












Ergebnisse:

In beiden Patientengruppen er­brach­te die TCD-Untersuchung keine Anzeichen okklusiver oder stenotischer Gefäßkrankheiten.
Alle Patienten wiesen SSO im Be­reich von Spit­zen­ge­schwin­dig­kei­ten und mittleren Ge­schwin­dig­kei­ten auf.

Nach der Fast Fourier Trans­for­ma­tion sahen wir verschieden Grup­pen von Höhepunkten in den SSO-Spektren (Graphik 1), die in vier Rhythmen A,B, C,D sowie ei­nem Zwischenrhythmus (Tabelle 1) un­ter­teilt werden können.

Die Frequenz der A- und B-Rhyth­men korrespondiert mit den gut be­kann­ten B-Wellen.
Die Frequenz der D- und C-Rhyth­men korrespondiert mit den oben erwähnten M-Wellen.

Der Zwischenrhythmus liegt zwi­schen den B- und C-Rhythmen.
Die Amplituden-Spitzen in den A- und B-Rhythmen dominierten die anderen Amplituden-Spitzen.

Die Spektralanalyse der SSO zeig­te in allen Patienten Ver­än­de­run­gen in den Amplituden-Spitzen zu Beginn der Messung und am En­de der Messung.

Hierbei war während des Hörens der MRT-Mu­sik die Ver­rin­ge­rung der Am­pli­tu­den-Spit­zen im C-Rhyth­mus sta­tis­tisch sig­ni­fi­kant im Ver­gleich zu den A-, B- und D-Rhyth­men (Gra­phik 1; Ta­bel­le 2).

Während der TCD-Messung wur­den keine signifikanten Ver­än­de­run­gen in der Herzrate, Atemrate und im Blutdruck aufgezeigt.

Darüberhinaus hatten alle Kopf­schmerz­pa­tien­ten nach der MRT-Behandlung weniger Kopf­schmer­zen.



Diskussion

Da es nicht ganz klar ist, wer der Schrittmacher der SSO Rhyth­men ist, nehmen wir an, daß die Medizinische Resonanz Therapie Musik die Funktion einiger Ge­hirn­struk­tu­ren beeinflußt, die das autonome Nervensystem be­tref­fen.

Es ist möglich, daß die MRT-Musik diese Strukturen mit Hilfe eine Regulation der Cortex-Aktivität beeinflußt.

Unsere vorhergehende Studie zeigte eine Verstärkung der C-Rhythmen während des Rauchens auf.


Schlußfolgerung

  1. Die lang­sa­men spon­ta­nen Os­zil­la­tio­nen (SSO) re­prä­sen­tie­ren wahr­schein­lich ein Gleich­ge­wicht in ei­nem Ge­hirn­be­reich des au­to­no­men Ner­ven­sys­tems, das die In­ner­va­tion der Ge­hirn­ar­te­rien be­trifft.

  2. Die Me­di­zi­ni­schen Re­so­nanz The­ra­pie Mu­sik be­ein­flußt die Funk­tion von Ge­hirn­struk­tu­ren, die das au­to­no­me Ner­ven­sys­tem be­tref­fen.

  3. Die MRT-Mu­sik ist als ein nicht-che­mi­sches Sym­pa­tho­ly­ti­kum tä­tig.

  4. Die Mes­sung der SSO ist ein nütz­li­ches In­stru­ment, die po­si­ti­ven Wir­kun­gen der MRT-Mu­sik zu er­klä­ren und ih­ren Ein­fluß auf die au­to­no­me Re­gu­la­tion der Ge­hirn­ar­te­rien zu be­wei­sen.


Quellenangaben

  1. Diehl, B., Diehl, R.R., Stodieck, S.R., Ringelstein, E.B. (1997)
    Spontaneous oscillations in cerebral blood flow velocities in middle cerebral
    arteries in control subjects and patients with epilepsy. Stroke 28: 2457-2459.
  2. Diehl, R.R., Diehl, B., Sitzer, M., Hennerici, M. (1991)
    Spontaneous oscillations in cerebral blood flow velocity in normal humans and
    in patients with carotid artery disease. Neuroscience Letter 127: 5-8.
  3. Mautner, D, Haberl, R.L., Dirnagl, U. et al. (1989).
    B-waves in healthy persons. Neurological Research 11:194-196.
  4. Motavkin, P.A., and Tchertok, V.M. (1980).
    Gistofiziologia sosudistykh mekhanizmov mozgovogo krovo'obraschienia.
    Moscow: Meditzina.
  5. Owman C. (1979) Neurogenic vasodilatation mediated by the
    autonomic nervous system.
    Triangle 18:89-99.
  6. Alexei V. Shemagonov, M.D.
    Belorussian State Medical Institute for Postgraduate Education,
    3, P.Brovki Str., Minsk 220714 Belarus.
  7. Valentina N. Sidorenko, M.D., Ph.D.
    Mother and Child Health Institute of the Ministry of Health
    Orlovskaya St., 66. Minsk, 220000 Belarus.
Mit freundlicher Genehmigung von AAR EDITION INTERNATIONAL
© 1998 -  WISSENSCHAFTLICHE MUSIK MEDIZIN

Änderungen, die dem wissenschaftlichen Fortschritt dienen, vorbehalten.